„Die Hähnchen und Puten sind derartig überzüchtet, dass sie nicht ohne Leid leben können.“

Kategorie: Fakten-Check

Dieser Vorwurf stimmt nicht: Auch in der Zucht spielt das Tierwohl eine besonders große Rolle. Die sogenannte „Qualzucht“ ist nach Paragraph 11 des deutschen Tierschutzgesetzes verboten, die in Deutschland eingesetzten Geflügelzuchtlinien erfüllen diesen Tatbestand nicht. Im Gegenteil haben sich die Kriterien in der modernen Geflügelzucht in den letzten Jahrzehnten stark zugunsten des Tierwohls verändert: Wachstum und ein schneller Ansatz von Brustfleisch sind heute längst nicht mehr die alleinigen Zuchtziele. Vielmehr spielen Gesundheitsaspekte wie Fitness, Vitalität, Robustheit, Beinstabilität, Lauffähigkeit und Herz-Lungenfunktion eine sehr große Rolle. Solche sogenannten „Welfare“-Kriterien nehmen heute über 30 Prozent der Zuchtziele ein. Wachstumsbedingte Knochenbrüche, Gelenkdefekte und Beinfehlstellungen bei den Tieren wurden auf diese Weise drastisch minimiert. Auch Erkrankungen im Herz-Kreislauf-Bereich sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Nachdem bereits vor einigen Jahren die Tierwohlkriterien in der Geflügelzucht in den Vordergrund getreten sind und Fortschritte in der Zucht erst zeitverzögert in der Haltung zum Tragen kommen, werden die Verbesserungen sich jetzt und in Zukunft stärker zeigen. Dies ist durch Untersuchungen unabhängiger Wissenschaftler und Feststellungen in der Praxis bestätigt.

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