„Das System der Geflügelwirtschaft drängt die Tierhalter in die Abhängigkeit von großen Konzernen.“

Kategorie: Fakten-Check

Dies entspricht nicht der Wahrheit: Geflügelhalter in Deutschland arbeiten selbstständig, eigenverantwortlich und unabhängig. Sie können sich im Rahmen der sogenannten vertikalen Integration frei für einen Vermarkter entscheiden, mit dem sie eine vertraglich ausgehandelte Bindung eingehen. Diese Wahlfreiheit der Geflügelhalter sichert die Handlungsfähigkeit der unabhängigen landwirtschaftlichen Betriebe. Auf der anderen Seite entsteht dadurch aber auch ein Wettbewerb zwischen den Vermarktern um die jeweils besten Geflügelhalter. Durch die vertragliche Zusammenarbeit profitiert der Halter von einer finanziellen Sicherheit und Planbarkeit. Somit lässt sich festhalten, dass die Geflügelhalter durch die Bindung an einen Vermarkter natürlich nicht ruinös wirtschaften, sondern im Gegenteil gewinnbringend.

Die Geflügelhalter kümmern sich stets eigenverantwortlich um die Aufzucht der Tiere, wobei ihnen der Vermarkter jedoch unterstützend und beratend zur Seite steht. So werden zum Beispiel die Herstellung und Zusammensetzung der Futtermittel gemeinsam abgestimmt und es besteht für die Halter die Möglichkeit, bei Fragen oder Problemen auf externe Berater des Vermarkters zurückzugreifen. Dabei steht es den Landwirten je nach Vermarkter frei, über Faktoren wie die Wahl der Futtermittel, der Geflügelrasse oder des Tierarztes eigenständig zu entscheiden. Die Haltung und Aufzucht der Tiere bleibt stets in der Hand der sachkundigen Geflügelhalter.

In sogenannten Erzeugergemeinschaften vertreten Geflügelhalter zudem gemeinsame Interessen gegenüber den Vermarktern (horizontale Integration). Über diese Interessensbündnisse erzielen die Landwirte beispielsweise beim Futter- oder Einstreukauf Einsparungseffekte. Auch handeln die Erzeugergemeinschaften oftmals Produktions- und Abnahmeverträge mit den Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben aus.

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