Tierschutz

Tiergerechtheit

Tiergerechtheit bedeutet, dass die Tiere in der Haltung ihren natürlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen nachgehen können. Die Tiergerechtheit ist somit integraler Bestandteil und leitendes Element der Geflügelhaltung in Deutschland: Hähnchen und Puten werden in Bodenhaltung auf trockener Einstreu gehalten, sie können sich in den Ställen frei bewegen, haben ständigen Zugang zu Futter und Wasser und können Verhaltensweisen wie Picken, Scharren und Staubbaden ausleben.

Hintergrund
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Tiergerechte Haltung hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab

Die Haltungssysteme in der konventionellen Geflügelhaltung in Deutschland stehen für eine tiergerechte Haltung:

  • Hähnchen und Puten werden stets in Bodenhaltung gehalten;
  • Durch lockere und trockene Einstreu können die Tiere ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Picken, Scharren und Staubbaden nachgehen;
  • Die mehrere Tausend Quadratmeter großen Ställe ermöglichen den Tieren freie Bewegung;
  • Sie haben jederzeit freien Zugang zu Futter und Wasser;
  • Offenställe oder Einfallflächen für Tageslicht sowie Beleuchtungsprogramme ermöglichen einen natürlichen Tag-/Nachtrhythmus;
  • Belüftungsanlagen sorgen für optimale Temperaturen.  

Wichtig für das Sicherstellen der Tiergerechtheit sind zudem das Stallmanagement und die Sachkunde der Halter. Hier spielen oft auch die jahrelange Erfahrung und der geschulte Blick der Halter eine bedeutende Rolle für das Wohlbefinden der Tiere.  Die Verantwortlichen sind zum Nachweis der erforderlichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen der Geflügelhaltung verpflichtet – notwendiges Know-how, um eine tiergerechte Haltung der Hähnchen und Puten zu gewährleisten.

Strenge Verordnungen und Regelungen setzen den rechtlichen Rahmen

Die Ausgestaltung der Haltungseinrichtungen für Hähnchen ist in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung festgelegt – die Beschaffenheit von Tränkvorrichtungen, Fütterungs- und Lüftungsanlagen sowie Lichteinfallflächen und Vorgaben zur Tag-/Nacht-Beleuchtung sind hier geregelt (TierschNutztV § 18).

Schon beim Bau von Geflügelställen werden die Grundlagen für eine tiergerechte Haltung gelegt. So gilt für Hähnchenställe zum Beispiel die Vorschrift von Einfallflächen für Tageslicht (TierschNutztV § 18, Absatz 5). Bei Putenställen handelt es sich in der überwiegenden Mehrzahl sogar um offene Bauweisen – sogenannte Offenställe.

Speziell für die Haltung von Puten wurden im Oktober 2013 im Rahmen der „Bundeseinheitlichen Eckwerte für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen“ weitere Regelungen für eine tiergerechte Ausstattung der Ställe beschlossen. Die Verbesserungen beziehen sich etwa auf die Bereitstellung von Beschäftigungsmaterial und bepickbaren Gegenständen für die Tiere oder die Strukturierung des Stalles (Eckwerte zur Putenhaltung, Absätze 5 und 6). Außerdem wurden Beschlüsse zur Umsetzung neuer technischer Vorgaben für die Versorgungseinrichtungen und die Lüftung gefasst. Die „Bundeseinheitlichen Eckwerte“ gelten als bindendes Regelwerk für alle Putenhalter in Deutschland und wurden nach ihrer Verabschiedung im Jahr 1999 durch die deutsche Geflügelwirtschaft im Jahr 2013 gemeinsam mit Vertretern von Politik, Wissenschaft und Tierschutz novelliert.

FAQ
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1. Frage: Welche Rolle spielt die Gesundheit der Tiere in der Haltung?

Antwort: Eine tiergerechte Haltung sichert das Wohlbefinden der Tiere und beugt Krankheiten vor. Um darüber hinaus das Immunsystem zu stärken, wird zu Beginn jeder Aufzucht in Kooperation mit dem bestandsbetreuenden Tierarzt ein Impfkonzept erstellt sowie die Vergabe von Vitaminen und Mineralstoffen altersgerecht auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt.

2. Frage: Wie kann ein Vorgang wie die Schlachtung tiergerecht sein?

Antwort: Zur Wahrung der Tiergerechtheit beim Schlachtvorgang steht im Mittelpunkt, dass Tiere nicht ohne vorherige Betäubung getötet werden dürfen (TierSchG § 4, Absatz 1). Auch sieht die EU Verordnung Nr. 1099/2009 vor, dass die Tiere bei der Schlachtung von Schmerz, Stress und Leiden verschont bleiben müssen (Artikel 3, Absatz 1).

3. Frage: Kann eine Haltung, die auch wirtschaftlichen Faktoren unterworfen ist, überhaupt tiergerecht sein?

Antwort: Tiergerechtheit, Tierwohl und wirtschaftliches Handeln schließen sich nicht aus, sondern bedingen sich gegenseitig. Nur tiergerecht gehaltenes Geflügel bleibt gesund und sichert dem Halter so sein Auskommen – kranke Tiere hingegen werden nicht zur Verarbeitung freigegeben. Durch die hohe Sachkunde der Geflügelhalter und ein optimales Stallmanagement stellen wirtschaftlichen Faktoren keine Grenzen für eine tiergerechte Haltung dar.

Multimedia
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Moderne Geflügelhaltung von der Einstallung bis zur Ausstallung

Alle Hähnchen und Puten, die gemeinsam in einen Stall kommen, wachsen auch jeweils gemeinsam bis zum Ende der Aufzucht in Bodenhaltung auf.

Optimale Haltungsbedingungen für Puten in Deutschland

Speziell ausgebildete Geflügelhalter und Fachkräfte überprüfen die Stallbedingungen und die Tiergesundheit während der gesamten Aufzucht.

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