Tierschutz

Schlachtung

Die Schlachtung von Geflügel ist in Deutschland streng geregelt und wird in allen Schritten tierschutzgesetzkonform durchgeführt. Das beinhaltet insbesondere, dass die Tiere vor der Schlachtung immer betäubt werden. Speziell geschulte Mitarbeiter kontrollieren die Wahrung des Tierschutzes vor und während des Schlachtprozesses.

Hintergrund
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Die Gesundheit der Tiere wird vor der Schlachtung sorgfältig überprüft

Der gesamte Schlachtvorgang von Geflügel wird, neben den Mitarbeitern des Schlachthofs, durch einen Amtstierarzt und weitere Fachassistenten begleitet. Nachdem die Tiere bereits 72 Stunden vor dem Transport zur Schlachterei von einem Amtsveterinär untersucht worden sind, nimmt der Amtsveterinär oder einer seiner Fachassistenten in der Schlachterei erneut eine Lebendtierbeschau vor. So ist sichergestellt, dass nur gesunde Tiere zur Schlachtung freigegeben werden. Dies soll zudem garantieren, dass die Bestimmungen zum Wohlbefinden der Tiere eingehalten wurden und keine Anzeichen für einen Zustand vorhanden sind, der sich nachteilig auf die Gesundheit von Mensch und Tier auswirken könnte. Diese doppelte Überprüfung gilt der Wahrung einer tierschutzgerechten Haltung, eines tierschutzgerechten Transports und der Lebensmittelsicherheit.

Von den lebenden Tieren entnehmen amtliche Kontrolleure zudem Stichproben, die auf Salmonellen geprüft werden. Von den bereits geschlachteten Tieren oder den fertigen Produkten werden regelmäßig behörden- und unternehmensseitig definierte Stichproben untersucht. Zudem überprüfen der während des Schlachtvorgangs anwesende Amtsveterinär und seine Fachassistenten die Schlachtkörper. Sollten hierbei oder bei den Laboruntersuchungen Mängel in Bezug auf Keime, Rückstände (zum Beispiel von Arzneimitteln) oder sonstige gesundheitlich bedenkliche Aspekte ergeben, verfolgen die Behörden die schnellstmögliche Mängelbeseitigung.

Sämtliche Mitarbeiter aus der Fleischerzeugerkette, die Kontakt mit lebenden Tieren haben, müssen einen Sachkundenachweis zur Befähigung für den Umgang mit Tieren erbringen und dafür eine mündliche und schriftliche Prüfung ablegen.

Betäubung und Schlachtvorgang sind gesetzlich streng geregelt

Die gesetzlichen Vorgaben zur Schlachtung von Nutztieren besagen, dass die Tiere „in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden“ (TierSchG § 4, Absatz 1). Dies beinhaltet, die Tiere in Schlachthöfen „nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung)“ zu töten (ebd.). Vor Beginn des Schlachtvorgangs werden alle Tiere daher schonend betäubt. Die Betäubung erfolgt entweder mit Kohlenstoffdioxid (CO2) oder durch eine Elektro-Wasserbadbetäubung. Die betäubten Tiere werden getötet, indem die beiden Halsschlagadern durchtrennt werden. Dieser Vorgang erfolgt maschinell, wobei während des gesamten Schlachtprozesses immer eine verantwortliche Person anwesend sein muss, die diesen Vorgang beobachtet, um bei Störungen sofort eingreifen zu können. So kann beispielsweise in den seltenen Fällen, in denen das betäubte Tier durch den maschinellen Vorgang nicht sofort getötet wurde, das geschulte Personal manuell entsprechende Maßnahmen (zügige Schlachtung per Hand mit einem Messer) einleiten, um den Vorgang so schonend wie möglich für das einzelne Tier zu gestalten.

Die „EU-Verordnung Nr. 1099/2009 über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung“ regelt die gesetzlichen Bestimmungen zur Schlachtung von Nutztieren in ganz Europa einheitlich. Um für die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen in der Schlachterei Sorge zu tragen, verpflichtet die Verordnung Schlachtbetriebe zur Benennung eines Tierschutzbeauftragten (EU-Verordnung Nr. 1099/2009, Artikel 17), der die Abläufe überwacht und über entsprechende Sachkunde verfügen muss; gegebenenfalls ist er zur Wahrung des Tierschutzes gegenüber den Mitarbeitern des Schlachtbetriebs weisungsbefugt.

FAQ
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1. Frage: Wie funktionieren die CO2- und die Wasserbadbetäubung?

Antwort: Bei der Betäubung mit CO2 werden die Tiere zunächst in einen Betäubungstunnel transportiert. Innerhalb des Tunnels wird in zwei Schritten der Luftsauerstoff durch CO2 ersetzt: Dadurch werden die Tiere zuerst in einen Dämmerzustand versetzt und im zweiten Schritt betäubt. Der Betäubungstunnel ist mit Sichtfenstern versehen, um eine einfache und rasche Kontrolle durch das fachkundige Personal zu ermöglichen. Die zulässigen CO2-O2-Verhältnisse sind im europäischen Recht geregelt (EU-Verordnung Nr. 1099/2009, Anhang I, Kapitel II, Tabelle 1).

Bei der Elektro-Wasserbadbetäubung werden die Tiere kopfüber in ein Transportband gehängt und durch ein unter Spannung stehendes Wasserbad geführt. Dabei dürfen die Tiere maximal eine Minute wahrnehmungsfähig eingehängt bleiben, bis sie betäubt werden. Die elektrotechnischen Anforderungen sind im deutschen (TierSchlV, Anlage 1, Nr. 6.6) und im europäischen Recht geregelt (EU-Verordnung Nr. 1099/2009, Anhang I, Kapitel II, Tabelle 2).

Multimedia
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Tiergerechte Schlachtung durch sachgerechte Betäubung

Aus tierschutzrechtlichen Gründen wird das Geflügel vor der Schlachtung betäubt, zum Beispiel mit einem Sauerstoff-Kohlendioxid-Gemisch, der sogenannten CO2-Betäubung. Nach der Betäubung erfolgt das Schlachten durch Blutentzug, das darauffolgende Brühen, Rupfen und Ausnehmen der Tiere erfolgt vollautomatisch. Die anschließende Verarbeitung findet in einem separaten Bereich zur Einhaltung strenger Hygienebedingungen statt.

Amtliche Kontrollen vor und während der Schlachtung

Nach dem Transport der Hähnchen und der Ankunft im Schlachtbetrieb werden die Papiere überprüft. Zusätzlich verschafft sich der Amtsveterinär einen Überblick über den Vitalitätsstatus der Tiere, bevor das Geflügel zur Schlachtung frei gegeben wird.

Kontrolle bei Verarbeitung und Schlachtung

Nach der Schlachtung führt ein Amtstierarzt mithilfe von Fachassistenten die so genannte Geflügelfleischbeschau durch. Zusätzlich zu den Kontrollen an verschiedenen Positionen durchlaufen die Schlachtkörper ein automatisches Kamerasystem, so dass nur einwandfreies Geflügel in die Verarbeitung gelangt.

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