Nachfrage/Ernährung

Preise

Mit Geflügelfleisch bietet die deutsche Geflügelwirtschaft ein verantwortungsvoll erzeugtes und qualitativ hochwertiges Lebensmittel zu einem für die breite Bevölkerung bezahlbaren Preis. Wie hoch die Preise für Verbraucher tatsächlich sind, hängt dabei von zahlreichen Faktoren ab – zum Beispiel von der Aufzuchtdauer, der Futterzusammensetzung und der Preisgestaltung des Handels.

Hintergrund
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In Deutschland herrscht ein Qualitätswettbewerb um Geflügelfleisch. Verbraucher erwarten im Handel hochwertige Lebensmittel. Gleichzeitig erwartet der Käufer auch niedrige Preise – zumal die Konsumausgaben für Lebensmittel in Deutschland im europäischen Vergleich relativ gering sind. 

Um die Wünsche der Verbraucher erfüllen zu können, setzt die deutsche Geflügelwirtschaft auf effiziente Qualitätsorientierung. Geflügelfleisch muss als gesundes Nahrungsmittel bezahlbar bleiben – für die gesamte Bevölkerung. Bei der tiergerechten Aufzucht nutzen Geflügelzüchter neue Technologien und professionelles Stallmanagement, streng abgesichert durch Gesetze und eigene Kontrollmechanismen. Zusätzlich können Ressourcen wie Energie und Wasser besonders effizient eingesetzt werden, was Kosten und Umweltbelastungen senkt. Auf diese Weise entstehen Preisvorteile für Verbraucher und ein gutes Preis-Leistungs-Niveau in einem funktionierenden Markt.

Mit Geflügelfleisch aus konventioneller Haltung sowie extensiven und ökologischen Haltungsformen besteht in Deutschland ein breites Angebot unterschiedlicher Fleischsorten zu jeweils unterschiedlichen Preisen. Der Verbraucher hat die Wahl, welchen Preis er für welche Haltungsform zu zahlen bereit ist. Dabei dürfen sich Nahrungsmittel nicht zu reinen Luxusgütern entwickeln – sie sichern unsere Ernährung und müssen auch für Menschen mit weniger Kaufkraft bezahlbar bleiben. Das Angebot der deutschen Geflügelwirtschaft berücksichtigt diese verschiedenen Bedürfnisse.

FAQ
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1. Frage: Wie hoch wäre der Preis für ein Hähnchen, wenn man die Besatzdichte im Stall halbieren würde?

Antwort: Wie sich durch die Reduzierung der Besatzdichte der jeweilige Marktpreis des Geflügelfleischs verändert, ist eine komplexe ökonomische Berechnung. Der Endpreis im Laden hängt nicht allein von der Besatzdichte ab, sondern wird durch viele Faktoren beeinflusst, wie Aufzuchtdauer, Zusammensetzung des Futters oder Preisgestaltung des Handels. Klar ist: Wird die Besatzdichte reduziert, erhöht sich der Ladenpreis. Aufgrund der zahlreichen ursächlichen Faktoren – wie zum Beispiel schwankende Futtermittelpreise – lässt sich ein konkreter Preis für eine solche Maßnahme nicht seriös nennen.

Als grobe Richtschnur mag dienen: Wenn ein konventionelles Hähnchen heute bei einem Preisniveau von 100 Prozent liegt, würde eine Reduzierung der Besatzdichte auf 25 Kilogramm pro Quadratmeter in der sogenannten extensiven Bodenhaltung das Preisniveau auf ungefähr 130 bis 140 Prozent erhöhen. Betrachtet man die Regelungen und Besatzdichte (21 Kilogramm pro Quadratmeter) in der ökologischen Hähnchenhaltung (nach EG-Verordnung), steigt das Preisniveau auf mindestens 250 bis 300 Prozent. Verbraucher haben jedoch bereits heute die Wahl zwischen Produkten aus verschiedenen Haltungen mit entsprechenden Besatzdichten: Auf dem deutschen Markt werden Hähnchen aus konventioneller Bodenhaltung ebenso angeboten wie solche aus extensiver Bodenhaltung (25 Kilogramm pro Quadratmeter) und aus ökologischer Haltung (21 Kilogramm pro Quadratmeter). Jeder kann also beim Einkauf entscheiden, wie viel er für welche Haltungsform zu zahlen bereit ist.

2. Frage: Ist Fleisch heutzutage nicht viel zu billig?

Antwort: Ohne Frage ist das Preisniveau auf dem gesamten deutschen Lebensmittelmarkt durchaus niedrig. Auf die Preisgestaltung im Handel hat die Geflügelwirtschaft indes allenfalls einen indirekten Einfluss. Weiterhin vertritt die deutsche Geflügelwirtschaft die Position, dass Geflügelfleisch für alle Bevölkerungsschichten erschwinglich sein muss. Aufgabe der Branche ist es, dem Verbraucher ein breites Angebot verschiedener Haltungsformen mit entsprechend unterschiedlichen Preisen bereitzustellen: Der Verbraucher kann und muss selbst entscheiden, für welche Haltungsform er welchen Preis zu zahlen bereit ist. In jedem Fall aber kann er sicher sein, dass die Haltung der Tiere gemäß den strengen deutschen Regelungen tiergerecht ist.

Multimedia
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Grafiken

Die Grafik stellt die Preisentwicklung für Kilogramm Hähnchenfleisch seit den 1950er Jahren dar.

Blog
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von Bernd Kalvelage, Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. , 11.09.2014

Zwischen Luxusgut und sozialer Verantwortung.

Welche Verantwortung tragen wir für eine gute und vor allem bezahlbare Ernährung der breiten Bevölkerung? Wie gewichten wir diese gegenüber der Verantwortung für den Ressourcenschutz und dem Ziel einer ökologisch nachhaltigen Lebensweise? Und dürfen Nahrungsmittel überhaupt zum Luxusgut werden? Wenn man sich der Frage nähern möchte, ob Fleisch teurer werden soll, muss man wirtschaftliche Argumente ebenso anhören wie ethische, die Frage der Ernährungssicherung ebenso einbeziehen wie die Verantwortung für die Ressourcen unseres Planeten. Den Raum für die Auseinandersetzung mit diesen wichtigen und vielschichtigen Fragestellungen bot am 10. September 2014 der Zukunftsdialog der deutschen Geflügelwirtschaft in Berlin.
Die Gründerin der Berliner Tafel Sabine Werth, Journalist Markus Gürne, Buchautorin und Agrar-Kritikerin Dr. Tanja Busse und FAZ-Herausgeber Dr. Hugo Müller-Vogg diskutieren auf dem Podium des Zukunftsdialogs der deutschen Geflügelwirtschaft in Berlin.

Um uns als Branche den großen Fragestellungen zu widmen, die nicht nur die rund 6.500 Geflügelhalter in Deutschland, sondern unsere gesamte Gesellschaft und ihre Ernährung betreffen, haben wir im vergangenen Jahr den Zukunftsdialog ins Leben gerufen. „Darf Fleisch zum Luxusgut werden?“, fragten wir nun im September 2014 beim zweiten Zukunftsdialog der deutschen Geflügelwirtschaft – und haben 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Medien und Nichtregierungsorganisationen dazu eingeladen, diese Frage mit uns zu diskutieren.

 
Verbraucher würden laut Umfrage mehr für Fleisch bezahlen – tun es aber nicht
Violettes Cover der gedruckten Version der Umfrage "Darf Fleisch ein Luxusgut werden" des Zentralverbandes der deutschen Geflügelwirtschaft.

Schon im Vorfeld wollten wir wissen, wie die Verbraucher zum Fleischkonsum stehen. Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens TheConsumerView zeigt uns: Guter Geschmack, tiergerechte Haltung und Regionalität werden von Verbrauchern als wichtigste Kaufkriterien gesehen. Gleichzeitig schätzen 83 Prozent der Verbraucher deutsches Geflügelfleisch für sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Spannend waren die Antworten auf die Frage, ob die Menschen aus Sorge um die Umwelt oder den Tierschutz weniger oder kein Fleisch essen würden: Nur 36 Prozent wären hierzu bereit.

 

47 Prozent wären hingegen damit einverstanden, wenn Fleisch teurer würde. Interessante Zahlen, zeigt die Realität in den Supermärkten doch ein völlig anderes Bild: Mit überwältigender Mehrheit wird Fleisch aus konventioneller Haltung gekauft, teures Bio-Fleisch hingegen spielt mit nur 0,8 Prozent Marktanteil bei Haushaltseinkäufen von Geflügelfleisch kaum eine Rolle.

Zwischen wirtschaftlichen und ethischen Argumenten – die Debatte des Zukunftsdialogs
Die Gründerin der Berliner Tafel Sabine Werth sprocht beim Zukunftsdialog der deutschen Geflügelwirtschaft in Berlin auf dem Podium in ein Mikrofon.

In der Debatte diskutierten dann der Publizist und frühere FAZ-Herausgeber Dr. Hugo Müller-Vogg, die Gründerin der Berliner Tafel, Sabine Werth, sowie die Buchautorin und Agrar-Kritikerin Dr. Tanja Busse über die Freiheit der Verbraucher und die Erziehungsfunktion des Staates. Und sie widmeten sich insbesondere der sozialen Dimension der Frage, ob wir Menschen mit geringerem Einkommen vom Konsum ausschließen dürfen, wenn wir Fleisch zum Luxusgut erklären. „Sag mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist“ – die Ernährung als Spiegel des gesellschaftlichen Status.

 

Doch ist das der richtige Weg? Nicht, wenn es nach Sabine Werth ginge. Teile der Gesellschaft vom Fleischkonsum einfach auszuschließen – das könne nicht die Lösung sein. Und doch: „Wir haben offensichtlich als Gesellschaft das Gefühl vermittelt, dass sich Zugehörigkeit über den Fleischkonsum definiert.“, stellt Sabine Werth fest. Fleisch dürfe jedoch nicht als Statussymbol herhalten.

Dr. Tanja Busse spricht beim Zukunftsdialog der deutschen Geflügelwirtschaft auf dem Podium in ein Mikrofon.

Dr. Tanja Busse bemängelte hingegen, dass die „Fleischproduktion enorme externe Kosten für die Allgemeinheit“ verursache. Sie wünscht sich eine stärkere Rückkehr zur „bäuerlichen“ Landwirtschaft. Wie dann die Nachfrage des Verbrauchers nach Fleisch erfüllt werden soll? Sie hält den engen Kontakt zwischen Konsumenten und Landwirten wie in der sogenannten „solidarischen Landwirtschaft“ für eine große Chance. Auf keinen Fall dürfen stärkere Exporte aus dem nicht-EU Ausland unsere Standards unterwandern. Das sieht auch die deutsche Geflügelwirtschaft so.

 

Grundsätzlich zeigte der Zukunftsdialog besonders das Spannungsfeld zwischen ökologisch motivierten Argumenten und Zielen auf der einen Seite und der Lebens- und Ernährungsrealität des „Otto Normalverbrauchers“ auf der anderen Seite eindrucksvoll auf. Das Wort „Dialog“ im Veranstaltungstitel wurde von den Gästen im Saal dabei erfreulicherweise (und zu Recht) als aktive Einladung verstanden – zahlreiche Anwesende beteiligten sich engagiert an der Diskussion mit den Podiumsgästen.

Und die deutsche Geflügelwirtschaft? Wir folgen dem Auftrag der Gesellschaft, gemäß den Wünschen der Verbraucher ein qualitativ hochwertiges und verantwortungsvoll erzeugtes Lebensmittel anzubieten – für alle Verbraucher, zu erschwinglichen Preisen. Dabei verfolgen wir, die deutsche Geflügelwirtschaft, und unserer Kritiker das gleiche Ziel: Dass Verbraucher, wenn sie an der Theke stehen und einkaufen, ein gutes Gefühl dabei haben. Und dafür sollten die Menschen, der Staat und die Wirtschaft gemeinsam Sorge tragen. Die Geflügelwirtschaft trägt durch kontinuierliche Verbesserungen der Haltung, besonders beim Thema Tierwohl, schon heute genau dazu bei.

Fleischkonsum in Deutschland – wohin geht die Reise?

Es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Ernährungsgewohnheiten unserer Gesellschaft entwickeln. „Wir können uns heute eine Demokratisierung des Fleischkonsums leisten“, erklärte Food-Trendforscherin Hanni Rützler zu Beginn des Zukunftsdialogs in einem Impulsvortrag, „Fleisch ist für uns normal geworden und das lässt neue Ansprüche entstehen.“ Diese Ansprüche stellt der Verbraucher und damit behält er die Schlüsselfunktion. Nach Hanni Rützlers Einschätzung wird der Konsument zum sogenannten „Prosumenten“. Das sind Kunden, die nicht nur konsumieren, was ihnen angeboten wird, sondern die die Art und Weise des persönlichen Konsums bewusst – als Teil ihres Lebensstils auch nach sozialen, ökologischen und ethnischen Kriterien – gestalten und damit auch Einfluss auf die Produktion nehmen.  

Unsere Aufgabe als Geflügelwirtschaft wird es in Zukunft mehr denn je sein, auf die neuen Bedürfnisse des Verbrauchers einzugehen – gerade wenn diese sich ändern. Dabei kann man, und das mag als gemeinsames Fazit aller Akteure des Zukunftsdialogs gelten, gesellschaftlichen Entwicklungen immer nur gemeinsam begegnen, unter Berücksichtigung aller Argumente, von allen Seiten – von der Politik, vom Tier- und Umweltschutz, vom Verbraucher und von der Geflügelwirtschaft.

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