Tierschutz

Besatzdichte

Die Besatzdichte ist ein Maß für das Gesamtlebendgewicht der Tiere pro Quadratmeter, die sich gleichzeitig in einem Stall befinden. Die maximal zulässige Besatzdichte ist für die Hähnchenhaltung in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung festgelegt. Sie liegt je nach durchschnittlichem Einzeltiergewicht bei 35 bzw. 39 Kilogramm pro Quadratmeter. In der Putenhaltung gelten 52 Kilogramm pro Quadratmeter für Putenhennen und 58 Kilogramm pro Quadratmeter für Putenhähne als Maximalwerte gemäß der „Bundeseinheitlichen Eckwerte für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen“.

Hintergrund
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Was ist die Besatzdichte?

Die Besatzdichte wird in der Einheit "Kilogramm pro Quadratmeter" bemessen. Der Grund, warum gesetzlich nicht die Tieranzahl, sondern das Lebendgewicht pro Quadratmeter angegeben ist, liegt in den natürlichen Wachstumsverläufen der Tiere. Sie kommen als einen Tag alte Küken in den Stall und wachsen während der Aufzucht. Die Bestandsgröße bleibt während eines Durchgangs unverändert, jedoch nehmen die Tiere an Gewicht zu. Die maximale Besatzdichte wird in den Ställen daher auch immer erst in den letzten Tagen der Aufzucht erreicht - unabhängig von der Anzahl der gehaltenen Tiere. In der Hähnchenhaltung werden in einem Standardstall 20.000 bis 40.000 Tiere gehalten. Bei der Haltung von Putenhähnen sind es üblicherweise etwa 4.200 Tiere und bei Putenhennen etwa 7.500 Tiere. Die Ställe sind meist mehrere Tausend Quadratmeter groß. Die Tiere können sich in den Ställen jederzeit frei bewegen.

Die Besatzdichte in der Haltung von Hähnchen

Die Besatzdichte für die Hähnchenhaltung ist durch die deutsche Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) geregelt und liegt deutlich unter der entsprechenden EU-Norm. Denn während die europäische Richtlinie 2007/43/EG eine mögliche maximale Besatzdichte von 42 Kilogramm pro Quadratmeter vorsieht (Artikel 3, Absatz 3), sind laut deutscher Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (§ 19) zu keinem Zeitpunkt mehr als 39 Kilogramm pro Quadratmeter gestattet (§ 19, Absatz 3). Im Durchschnitt dreier aufeinander folgender Mastdurchgänge darf die Besatzdichte sogar höchstens 35 Kilogramm pro Quadratmeter betragen, soweit das durchschnittliche Gewicht der Hähnchen weniger als 1.600 Gramm beträgt (§ 19, Absatz 4).

Die Besatzdichte in der Haltung von Puten

Für die Putenhaltung gibt es in Deutschland, neben dem übergeordneten Tierschutzgesetz, keine konkreten rechtsverbindlichen Vorschriften. Gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Tierschutz hat die deutsche Geflügelwirtschaft daher mit den "Bundeseinheitlichen Eckwerten zur Haltung von Mastputen" ein umfassendes Regelwerk entwickelt, das heute rechtsähnlichen Charakter trägt. Die Besatzdichte für Puten ist in den Eckwerten in Absatz 8 geregelt: Sie beträgt 45 Kilogramm pro Quadratmeter für Putenhennen und 50 Kilogramm pro Quadratmeter für Putenhähne. Bei verbindlicher Beteiligung an einem sogenannten Gesundheitskontrollprogramm ist eine maximale Besatzdichte von 52 Kilogramm beziehungsweise 58 Kilogramm pro Quadratmeter erlaubt.

Neben der Besatzdichte sind stets weitere Kriterien zur Beurteilung des Tierwohls ausschlaggebend, wie zum Beispiel Futter, Einstreu, Stallklima und die Sachkunde des Geflügelhalters.

FAQ
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1. Frage: Wie viele Tiere befinden sich bei der maximalen Besatzdichte konkret auf einem Quadratmeter?

Antwort: Angenommen das Zielgewicht eines Mastdurchganges bei Hähnchen würde bei 1.500 Gramm pro Tier liegen, so gilt entsprechend eine maximale Besatzdichte von 35 Kilogramm pro Quadratmeter. Rein rechnerisch ergibt sich damit eine Anzahl von rund 23 Tieren pro Quadratmeter. In der verlängerten Aufzucht, mit beispielsweise einem Zielgewicht von 2.200 Gramm pro Tier und maximal 39 Kilogramm pro Quadratmeter Besatzdichte, wären es 18 Tiere pro Quadratmeter.

Bei Puten liegt das anvisierte Schlachtgewicht für Hähne bei 20 bis 21 Kilogramm, für Hennen bei 10 bis 11 Kilogramm. In einem Betrieb, der sich nicht am Gesundheitskontrollprogramm beteiligt, kämen auf einen Quadratmeter also etwa vier Hennen beziehungsweise zwei Hähne. Bei einem Betrieb, der sich am Kontrollprogramm beteiligt, gilt eine höhere Besatzdichte: Hier wären es entsprechend etwa fünf Hennen beziehungsweise drei Hähne pro Quadratmeter.

Multimedia
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Videos

Optimale Haltungsbedingungen für Puten in Deutschland

Während der gesamten Aufzuchtdauer sind Bewegungsfreiheit, die ständige Verfügbarkeit von Futter und Wasser sowie eine gute Belüftung gewährleistet, damit das Geflügel gesund und vital aufwächst.

Faktencheck
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Berlin, 04. November 2013

„Hähnchen und Puten leben zu Tausenden in extremer, qualvoller Enge.“

Diese Aussage ist unwahr: Auch in Bezug auf das Platzangebot liegen die deutschen Standards über der EU-Regulierung. Wie viel Platz die Tiere während der Aufzucht im Stall haben, ist durch die Besatzdichte geregelt. Diese liegt in Deutschland für Hähnchen bei maximal 39 Kilogramm pro Quadratmeter Stallfläche und damit deutlich unter der EU-Norm von 42 Kilogramm pro Quadratmeter. Bei einer sogenannten Kurzmast, bei der die Tiere nur ein Gewicht von maximal 1.600 Gramm erreichen, darf die maximale Besatzdichte im Durchschnitt von drei Mastdurchgängen sogar nur bei höchstens 35 Kilogramm pro Quadratmeter liegen. Bei Puten beträgt die maximale Besatzdichte 58 Kilogramm pro Quadratmeter (Hähne) bzw. 52 Kilogramm pro Quadratmeter (Hennen).Darüber hinaus wird die Besatzdichte in deutschen Hähnchen- und Putenställen in Zukunft weiter gesenkt werden: Im Rahmen der für 2014 angekündigten Initiative für mehr Tierwohl verpflichten sich alle Hähnchen- und Putenhalter im Rahmen des QS-Systems zu weiteren konkreten Verbesserungen für das Tierwohl. Unter anderem ist vorgesehen, dass mit dem sogenannten QS-Prüfzeichen gekennzeichnetes Hähnchen- und Putenfleisch nur aus Haltungen mit reduzierter Besatzdichte stammt.

Auch bei der momentan gültigen Besatzdichte ist die Bewegungsfreiheit der Tiere im Stall jederzeit gewährleistet. Die Besatzdichte stellt zudem immer nur die maximale Obergrenze dar, die ausschließlich gegen Ende der Aufzucht erreicht wird.

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